Samstag, 18. Juni 2011

Blubb 109

Ich war heute nicht weg - ich kann Cloud nicht allein lassen. Das kann und konnte ich einfach nicht.
Also habe ich den Tag genutzt und habe - wie hier ausführlich beschrieben, ein wenig "gearbeitet".

Hier ging gerade fast die Welt unter... Aber dafür gab es danach einen herrlichen Regenbogen:


Ich weiß, es ist dumm und menschlich von mir - aber der Regenbogen hat mich sehr getröstet. Ich bin immernoch etwas deprimiert wegen gestern. Wegen Aeris. DAss ich nichts tun konnte, um sie zu retten oder ihr Scheiden zu erleichtern hängt mir sehr nach.
So hatte ich das GEfühl, ihr etwas näher zu sein. Als wollte sie mir einen Gruß schicken, dass sie gut angekommen ist. Und während ich den Regenbogen angeschaut hab, musste ich mir unwillkürlich vorstellen, wie Aeris und die anderen auf der anderen Seite des Regenbogens spielen und toben, über den Regenbogen zu mir runterschauen und auf der anderen Seite warten. Wie sie auf dem Bogen an der höchsten Stelle stehen und sich darüber unterhalten, was ich hier unten so mache.
Ich hoffe, sie denken nur gutes von mir...
Ich hoffe, sie bereuen es nicht, dass sie zu mir kamen.
Und ich hoffe, dass sie mir die Fehler, die ich zweifelsfrei gemacht habe, verzeihen können.

Wie herrlich sentimental ich doch manchmal bin. Fast schon ein wenig nervig. Andererseits tut diese Sentimentalität gerade irgendwie gut. Das alles hier aufschreiben tut gerade gut und so soll es ja auch sein.

Gerade im Bereich der Trauerverarbeitung bin ich ein wenig... inkompetent. Ich weiß nicht, wie ich richtig mit Trauer umgehen muss, aber ich denke, der Weg, den ich bisher für mich gefunden habe, ist ein guter, richtiger Weg. Trauern ist in ORdnung. Trauer ist wichtig. Trauer zeigt, wie sehr man etwas vergangenes geliebt hat. Aber Trauer muss auch vorbei gehen. Ich habe mich gestern noch gefragt, ob ich zu kalt bin, weil ich kaum um Aeris weinen konnte.
Da ist mir eingefallen, dass ich schon vorgestern um sie geweint habe, wenn ich auch noch nicht wusste, dass ich bereits meine Trauer verarbeite, obwohl sie noch bei mir ist. Dieses diffuse Gefühl, dass ich jetzt in Bezug auf Cloud habe, war einfach so viel stärker - als wäre "meine" Aeris schon nicht mehr da und nur noch ihr Körper wäre anwesend.

Aeris hat sich von mir verabschiedet. Sie kam zu mir, kletterte auf meine Schulter, wie sie es schon so lange nicht mehr getan hatte. Sie kam auf meine Schulter, putzte mir das Ohr, leckte mir die Finger und kletterte dann langsam wieder runter. Ich glaube, das war der Moment, in dem uns beiden klar wurde, dass Aeris die Nacht nicht überleben würde - das war der erste Moment, in dem ich um sie geweint habe. Ich wusste, egal, wie sehr ich kämpfen würde, ich hatte meinen Engel für diese Welt verloren.

Und jetzt, wo diese schlimme Verzweiflung, die Vorwürfe, die Wut auf mich selbst und die Trauer um eine geliebte Seele langsam abklingen, kann ich mich auf den nächsten Schritt der Trauerverarbeitung einlassen:
Aeris und ich hatten wunderschöne Stunden zusammen.
Sie hat mich getröstet, als ich traurig war, hat mir den Stress von der Seele genommen, wenn ich ihn nicht mehr ertragen konnte, mich beruhigt, wenn ich aufgebracht war. Sie hing am Gitter, wenn sie merkte, dass ich nachts wieder von einem Alptraum aufgeschreckt bin. Sie sagte Hallo, wenn ich nach Hause kam. Sie hat mir mein Essen weggenommen :)

Aeris war einfach da, wenn ich sie gebraucht habe. Und dafür liebe ich sie. Dafür bleibt sie bei mir. Dafür ist sie in meinem Herzen.

Und für genau diese Momente freue ich mich darauf, wenn ich irgendwann selbst über die Regenbogenbrücke laufen und alle meine Monster wieder in die Arme schließen und festhalten kann.

1 Kommentar:

  1. So kommt etwas spät aber mein Beileid ;-;

    Der Text ist so schön geschrieben das ich mit den Tränen kämpfen muss! Ich weis wie du dich jetzt fühlst aber ich glaube in solchen Situationen kann man jemanden nicht wirklich trösten. Ein Todesfall ist einfach etwas das nur die Zeit erträglich machen kann. Denn alles "Es ist besser so..." ist doch nur ein kleiner Trost.

    Das du erst nicht "richtig" um sie weinen konntest ist eigendlich ganz normal. Ich mein erst ist immer alles so unwirklich das man es nicht glauben kann. Es wird einem immer erst später bewusst.

    Jeder muss seinen eigenen Weg finden die Trauer zu überwinden. Manche verdrängen es. Andere verabschieden sich (so wie du durch die Beerdigung). Aber alle brauchen Zeit!

    Fühl dich ganz fest gedrückt von mir!

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