Hm... Zuerst mal ein Eintrag zum Thema Reitbeteiligung.
Sam und ich sind da hin gefahren, eine wunderschöne, wenn auch anstrengende Strecke, die nur im Frühjahr und Sommer zu fahren ist. Dort angekommen - beim alten Stall meiner Ex-Reitlehrerin, hatte ich irgendwie das Gefühl, dass sich der Stall selbst so arg verändert hat - nicht zum Positiven leider.
Die Dame selbst ist mir höchst unsympathisch. Wirkt verbittert und als würde sie gern mal über den Durst trinken. Sehr gern. Kratzige, unangenehme Stimme. Ungepflegte Erscheinung. Kam nicht pünktlich. Erzählte uns erstmal, wie blöd alle anderen zu ihr sind und dass der kleinere der beiden gerade nicht reitbar wäre wegen Hufproblemen. Wir sind auf die Koppel und haben also den größeren runtergeholt. Und auch da schon waren starke Hufprobleme zu sehen, in etwa so wie auf diesen Bildern, nur ringsum und höher ausgebrochen:
Und so sahen die Hufe des gesünderen aus...
Die stärker beschädigten Hufe sahen in etwa so aus, wie die des Pferdes auf
dieser Website zu Beginn. Angeblich hätte der Hufschmied sie einmalig versetzt.
Jetzt frag ich euch: Sehen die Hufe der euch bekannten Pferde SO aus, weil sie mal eine Woche später ausgeschnitten werden?! Ich habe so etwas noch nicht gesehen.
Ich muss der Dame zugute halten, dass die Pferde (3, die zwei Noriker nd ein Shetty, das andere Shetty stand allein auf der anderen Koppel, weil es erst am Tag zuvor kastriert wurde) direkt zu ihr kamen und ruhig stehen blieben. Allerdings hat der mit den ganz kaputten Hufen auch sofort angefangen, zu betteln und nach Futter zu knabbern.
Wir haben also unser Reittier mitgenommen. Nächstes Manko: Angeblich seien die Tiere nur mit Führkette haltbar, obwohl sie beide Wallache sind. Wieso zur Hölle eine Führkette?!
Der Umgang mit den Tieren selbst lies zu wünschen übrig. Sie zog so heftig an der Führkette, dass diese in die Nase "einschnitt" und das Pferd kurz aufjammerte. Meinen Protest nahm sie nicht zur Kenntnis.
Sie ließ uns dann allein mit dem (falsch angebundenen) Pferd. Meinte, wir sollen putzen, satteln und trensen, nachdem sie uns gezeigt hat, wo ihr Zeug ist. Nächstes Manko: Die Pferde haben keine eigenen Putzkisten, bzw. sie sind nicht beschriftet. Die Putzsachen waren auch nicht wirklich gepflegt (Massagestriegel war so voll mit Haaren, dass er nicht mehr gewirkt hat, nur ein Schwamm, ein Hufkratzer für 3 Tiere...). An sich war er beim Putzen sehr lieb,wirkte aber ein wenig unglücklich. Die Hufe auszukratzen war vollkommen unmöglich. Zumindest nicht komplett, da der ganze Dreck schon so festgetreten war, dass wir den nicht rausbekommen hätten, ohne den ohnehin schon empfindlichen und kaputten Huf weiter zu schädigen. Also haben wir eben so gut geputzt, wie es geht. Sie meinte außerdem, wir sollen die Sattellage VOR dem Reiten mit Wasser abwaschen, das würde sie immer so machen.
Wir haben dann Trense und Sattel geholt. Die Noriker werden mit scharfem Pelham-Gebiss geritten, weil sie "hart im Maul" sind. Ich würde behaupten, die zwei sind nicht hart, sondern einfach stumpf im Maul. Mehr nicht. Ich HASSE schrfe Gebisse!
Nächstes Manko: der Sattel. Sattelgurt ist zu kurz, muss immer nachjustiert werden, Steigbügel wirken ungepflegt. Die KALTBLÜTER (!) haben einen Tölt-Sattel, ohne Maria-Hilf-Riemen.
Naaa gut wir haben also gesagt, wir wollen es trotzdem versuchen, vielleicht stimmt das REitgefühl. Aber nein. Ich saß auf ihm und wollte einfach ein paar Runden Schritt mit ihm reiten. Hilfen? Hat er nicht angenommen, ließ sich nicht lenken, wenn man nicht an den Zügeln zog wie gestört. Und selbst dann hat er nicht reagiert.
Hart im Maul also...?
Ist klar.
Ich meinte noch, dass ich nicht glaube, dass es zwischen uns passt, als die "Dame" ging und mir eine Gerte holte, denn er würde dann besser gehen und ich sollte die Gerte ruhig einsetzen, das würde sie auch tun (was den langen dünnen geraden Striemen auf seiner rechten Pobacke erklärte....). Die Gerte hat nichts geändert, aber das Tier hat beschlossen, dass der einen spontanen ausflug über die provisorische Absperrung auf die Koppel macht und so sind wir erstmal ein paar Meter galoppiert. Er hat einen wundervollen, weichen, gut zu sitzenden Galopp - lässt sich aber nicht einfangen. Er lies sich nicht durchparieren und widersetzte sich erneut den Hilfen.
Hab ihn dann zurück in die Bahn gelenkt, bin noch zwei Runden im Schritt mit ihm und habe an Sam übergeben.
Dabei ist er mir noch auf den Fuß getreten und hat sich losgerissen. Mir wurde gesagt, ich könne mich nicht durchsetzen, weil er nach dem Wiehern seiner Kumpels auf der nebenanstehenden Wiese im Galopp losgestürmt ist...
Sam erging es nicht viel besser. Auch mit ihr ist er durchgegangen, nur hat er sie noch abgeworfen. Wir hatten uns mit der Dame darauf geeinigt, dass wir es uns nochmals überlegen wollen.
Ich fasse zusammen:
Pro: - weiche Gänge der Pferde
- erreichbarkeit vom Stall
Kontra:
- Unsympathische Besi
- Mag den Hof nicht
- Tiere sind ungepflegt
- Tiere wirken unzufrieden
- Hilfen werden nicht angenommen
- scharfes Gebiss
- Töltsattel für nicht-töltendes Kaltblut (passt auch nicht richtig)
- Allgemein schlechter zustand der ausrüstung
- Tiere sind nicht wirklich steuerbar
Muss ich dazu noch mehr sagen....?