Freitag, 16. September 2011

Blubb 158

Ich habs mal wieder geschafft, mir Blasen zu laufen - hab ich halt jetzt wieder aua, aber ich werde es überleben.

Der Tag heute ist extrem komisch. Ich schwanke zwischen guter und schlechter Laune. Und beides natürlich in Extremen. RICHTIG gut oder RICHTIG schlecht...

Und ich hab das Gefühl, dass meine Klassenkameraden mich nicht mehr mögen - vor allem C. und S. Die distanzieren sich einfach immer weiter von mir, Fragen werden mir nur mit "Überleg halt selber!" beantwortet, anderen aber erklärt.... Ich hab doch gar nicht gemacht...
Vielleicht bin ich einfach kein Sozialmensch. Also so gar nicht. Früher oder später nerve ich ja doch nur alle, also sollte ich wieder anfangen, sie auf Distanz zu halten.

Hope gehts wieder schlechter... Sie liegt nur noch im Häuslein und immer so halb auf der Seite, dass mir fast das Herz stehen bleibt, wenn ich in den Käfig schaue- Fressen tut sie auch nicht mehr so viel.

Ich weiß echt nicht, was los ist... ich meine, ich hab endlich wieder was zu tun. Ich hab Schule, geregelten Tagesablauf und ich hab gerade auch wieder was zu arbeiten. Aber irgendwie ... weiß auch nich. Es überfordert mich nicht, aber... Ach...

Vielleicht bin ich auch einfach komisch heute - soll ja auch vorkommen.

In meinem Buch, dass ich gerade lese (übrigens zum zweiten Mal und sehr empfehlenswert "Nocturna - Nacht der gestohlenen Schatten" von Jenny-Mai Nuyen) habe ich gestern eine so tolle, passende Passage gelesen, in der ich mich so wiedergefunden habe:

"Außerdem war Vampa ganz anders als alle Menschen, die er beobachtete, ob verrückt oder gesund. Wie leicht freuten sie sich über wertlose Dinge! Die verliebten Mädchen, die auf der Straße kicherten, und die Jungen auf den Schulhöfen, die sich über eine gewonnene Prügelei freuten, sie alle kamen Vampa so simpel vor. FÜhlten sie dies, waren sie glücklich, fühlten sie das, waren sie betrübt, so wie ein Kind, das beim Schokoladeessen lacht und beim Grünkohl weint, nicht aber entscheiden kann, was ihm vorgesetzt wird.
Vampa beobachtete das Leben der Menschen und verachtete sie. Er verachtete ihr kümmerliches Glück, ihren zerbrechlichen Stolz, ihre aufgeblähte Liebe. Wie waren sie alle schmutzig und jämmerlich und wie bedeutungslos war all ihr Tun und fühlen [...]
Früher oder später waren sie alle verloren.
Nur Vampa nicht. Er kam und ging und kam wieder, und während alle rings um ihn dem Tod entgegenrannten, tanzend, torkelnd oder schleichend - während alles voranströmte wie ein Fluss auf sicherem Weg zur Klippe, war Vampa stehen geblieben. Er war ein Stein im Flussbett, zu tot, um sich zu bewegen, und dabei würde er nie über die Klippen des Todes schreiten. Man konnte nicht sterben, ohne am Leben zu sein - die Ironie war so grausam! Und obwohl Vampa in jeder Minute Ekel vor dem bedeutungslosen Vorantaumeln der Menschen empfand, sehnte er sich nur danach, wie sie zu sein.
Könnte er doch so einfach lieben, wie sie es taten! Könnte er doch so leicht fürchten wie die Kinder den Schatten, die Erwachsenen die Geldnot! Könnte er doch traurig sein, seine Traurigkeit mit Opium betäuben, aus den schläfrigen Träumen des Giftes erwachen und als friedliches, ruhiges Wrack dem Tod entgegengleiten!
Aber Vampa war nicht wie sie. Alle Menschlichkeit war aus ihm herausgerissen worden und allein die Hülle seines Körpers zurück ins Leben geworfen - und nicht einmal die war mehr wirklich und menschlich genug, um zu welken. [...]"

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